„Auf dem Mond“ in E-Bergerhausen

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fotos dirk schäfer

01.11.16. Beim 8. und letzten von Interkultur Ruhr geförderten Clowntheater für Flüchtlingskinder fand interkulturelle Begegnung auch im Publikum statt: Da die Behelfsunterkunft Klinkestraße keine geeigneten Räume für die Show hatte, half die nahegelegene Ev. Kirchengemeinde Bergerhausen aus und ermöglichte so ein bezauberndes Gemeinschaftserlebnis mit der Nachbarschaft. Ursprünglich war der letzte Auftritt im Zeltdorf Levinstraße vorgesehen. Dieses wurde aber im Oktober schon leergezogen. Zeitgleich gab es eine Anfrage des Runden Tisches Klinkestraße mit vielen Kindern. Der EHC stimmte dem Auftritt in Bergerhausen gerne zu.

Zur Behelfsunterkunft Klinkestraße: Auf der Website der Ev. Kirchengemeinde Bergerhausen wird der Einrichtungsleiter Herr Karim El Amrani zitiert: qq1b2389-arbeitskopie-2

Im August 2016 waren „rund 260 Personen vom Zeltdorf Altenbergshof eingezogen, darunter 37 Familien mit rund 80 Kindern, 115 alleinreisende Männer und 12 alleinreisende Frauen. Sie kommen vor allem aus den Ländern Syrien und Irak, aber auch aus Eritrea, Somalia, Algerien, Albanien, Bosnien-Herzegowina und Aserbaidschan. In dem neuen Haus haben sie mehr Privatsphäre als im Zeltdorf, zudem können sie selbst kochen. qq1b2459Insgesamt können bis zu 400 Personen im Haus untergebracht werden. Die Asylverfahrensberatung soll künftig direkt im Haus stattfinden.“

Meine 3 Begleiter*innen und ich bauten dieses Mal in einem vergleichsweise luxuriösen Saal mit erhöhter Bühne und Lichtanlage auf. Die Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkunft wurden von Karin Gerhard persönlich abgeholt. Sie hatte als Ehrenamtliche des Runden Tisches mit dem Einrichtungsleiter alles geklärt. Gut 20 Kinder mit Bezugspersonen machten sich auf den Weg. Aufgrund der Größe des Saals war zuvor qq1b2328auch die Nachbarschaft eingeladen worden, per Plakat in Kitas und Einladung im Gottesdienst. An diesem Feiertag kamen ca. 10 deutsche Kinder mit ihren Eltern als Erstes zum Clowntheater.

Als gut 50 Zuschauer*innen im Saal waren, setzte Diana Richarz den Zylinder auf, ließ die Clownin rufen „LOTTE – LOTTE – LOTTE“ und die Show begann. Staunen. Erstes Kichern. Als Hertha, die Handpuppe aus dem Rucksack befreit war und das „SALAMALEIKUM“ völlig falsch betonte, lachten auch die Erwachsenen. Und so nahm die Show ihren wunderbaren Lauf mit Nachsingen, Einschlafen im Stehen, Klatschen, Kichern, Staunen qq1b2388und Zählen. Die Laola war so kraftvoll wie noch nie. Alle, wirklich alle, machten mit und hörten gar nicht mehr auf. Die Rufe übertönten Lottes Angst, sie  konnte  problemlos über das ganze „Hoch“-Seil tanzen, statt wie sonst mittendrin vor Panik hinüberzurennen. Konfetti-Dusche und Applaus. Zweimal ging LOTTE saxophonspielend durch die Reihen, quetschte sich liebevoll durch engste Gassen. Die Kinder waren ihr ganz nah, die Magie knisterte.

Im Weltall pfiffen die Sterne und auf dem Mond animierte Hertha mit Ukulele: „Wir sind qq1b2421auf dem Mohond!“ Was für ein Wunder. Oder auch nicht. Clowns können ja alles. Na, fast: Lotte verzählt sich beim Raketenstart immer. Die Kinder helfen begeistert. – Zugabe! Na klar! Und nochmal, weil es so schön ist.

Applaus zum Abschluss, Ballons für jedes Kind, ein Blumenstrauß für die Clownin, Musik mit Verfolgern und Foto-Shooting: In echt und mit Spritzkamera in die geöffneten Münder. Was für ein Vergnügen! Ein Kind beginnt, die Ballons zum Quietschen zu bringen, andere stimmen ein und es folgt ein ohrenbetäubendes Ballon-Konzert!qq1b2453

„Das war eine tolle Veranstaltung!“ schwärmt Karin Gerhard und begleitet die Besucher*innen aus der Klinkestraße zurück in ihr derzeitiges Zuhause. Auch „Ehemalige“ waren da und verabschieden sich mit beseelten Gesichtern: „Können wir die Ankündigung mitnehmen? – So als Erinnerung?“ Natürlich, gerne!

Ein herzliches Dankeschön an die Ev. Kirchengemeinde Bergerhausen, den Runden Tisch (besonders Karin Gerhard), den EHC und meine Begleiterinnen Agnes Schnieder, Diana Richarz und den Fotografen Dirk Schäfer!

qq1b2426Ein würdiger Abschluss des gesamten Projekts! Ich bin zufrieden und sehr dankbar. Andere Einrichtungen haben schon angefragt – es wird weitergehen.

Aufgrund der Persönlichkeitsrechte dürfen wir keine Gesichter abbilden. Die strahlenden Augen müssen Sie sich bitte vorstellen.

Hier können Sie die Projektbeschreibung mit Links zu den einzelnen Erlebnisberichten der 8 Auftritte lesen.

Ich freue mich über alle, die an diesem Projekt Interesse haben, deshalb leiten Sie gerne weiter, kommentieren Sie und erzählen Sie darüber! Danke!

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